Amubri- Mein geniales Wochenende in einer indigenen Gemeinde Costa Ricas 

Freitag Morgen 4 Uhr: Der Wecker klingelt nach einer sehr kurzen Nacht und ich quäle mich aus meinem Bett. Das vom Vortag gerichtete Gepäck schleppe ich im Halbschlaf mit meinen Mitbewohnern ins Taxi. Angekommen im Zentrum von San José lag eine sechsstündige Busfahrt vor uns. Diese verbrachten wir alle eigentlich mit Schlafen. Anfangs ging es durch Berge, dann fuhren wir an der Karibikküste in Puerto Viejo vorbei, bis in die Stadt Bribri. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus eine Art Schotterpiste bis zu einem Fluss. Diesen mussten wir mit dem Boot überqueren. Während der Überfahrt genoss man die bisher unbekannte Idylle. Außerdem war es auch sehr heiß. Die in San José unbekannten Temperaturen waren wir bisher noch sie so gewohnt. Schweißperlen hingen uns die ganze Fahrt an unseren Wangen. Weiter ging es mit einem alten amerikanischen Schulbus in das Dorf Amubri. Amubri ist eine der acht indigenen Gemeinden Costa Ricas mit rund 500 Einwohnern. Angekommen im Dorf ertönten von Weitem Trommelgeräusche und man hörte singende, fröhliche Menschen. Meine Mitbewohner und ich trafen uns mit dem Mentor eines Projektes, indem auch ein Freiwilliger von Brot für die Welt einen Freiwilligendienst macht, im Dorfzentrum. Er führte uns zu der Familie, bei der wir das Wochenende verbringen sollten. Wir wurden sehr nett empfangen und uns wurde das ganze Gelände gezeigt. Die Familie wohnt schon seit vielen Generationen in der indigenen Gemeinde und lebt die Sitten heutzutage noch. Um diese anderen Menschen näher zu bringen, vermieten sie ihre gebauten Holzhäuser in ihrem Territorium. Anschließend gingen wir nochmals in die Innenstadt und schauten uns die Umzüge an und aßen zu Mittag. Anschließend gingen wir zu einem nahegelegenen Fluss mit dem Neffe des Chefs der Anlage. Da er uns erklärte, dass sich im Fluss keine Krokodile befinden, konnten wir im klaren Wasser baden und die Ruhe genießen. Da es im ganzen Dorf kein Internet gibt, kann man unheimlich gut abschalten und seine Gedanken sortieren. Nach einem leckeren Abendessen, das wir mit der Familie zubereiteten, vielen wir müde in unsere Betten. Während dem Abendessen lernten wir noch mit dem Chef die Sprache Bribri, die in den indigenen Gemeinden gesprochen wird. Meine Mitbewohner und ich wohnten in einem Haus auf Stelzen mit 2 Schlafzimmern, einer Küche und einem Bad; alles von Hand gebaut und aus Holz. Am nächsten Tag wurden wir morgens nach einem leckeren Frühstück von den hauseigenen Hähnen geweckt und machten aus auf den Weg ins Zentrum, da dort das ganze Fest stattfindet. Zufälligerweise trafen wir in diesem Dorf Paul, einen Freiwilligen meiner Organisation Brot für die Welt, der seinen Freiwilligendienst in einer indigenen Gemeinde in der Nähe des Dorfes absolviert. Alle Leute der Stadt befanden sich im Zentrum. Sie lachten, tranken Chicha (ein selbst herstelltes Getränk, das sich dem Most aus Deutschland sehr ähnelt), tanzten und genossen ihr Fest in vollen Zügen. Anschließend machten wir uns mit vielen anderen Leuten auf den Weg in den Wald, da dort Holz geschlagen wurde für die neuen Häuser, die in nächster Zeit erbaut werden. Dies ist Teil des Festes und alle Leute begaben sich in den Wald. Da mich leider eine Art Spinne gestochen hatte, konnten wir leider nicht weit mitgehen. Nach einer anti-allergischen Tablette ging es mir schon viel besser. Anschließend kochten wir wieder gemeinsam und ruhten uns aus. Abends fand dann in unserer Anlage ein Fest statt, bei dem gemeinsam getanzt und gesungen wurde. Natürlich durften Fässer voll mit Chicha nicht fehlen. Da sich in dem Territorium auch Studenten aus San José befanden, redeten wir noch mit ihnen und tanzten gemeinsam. So endete ein sehr lustiger Abend. Heute mussten wir uns schon leider um 8 Uhr auf die Heimreise begeben. Nach einer sehr langen Busfahrt, sind wir dann um 18 Uhr in San José in unserer Wohnung angekommen.

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