Enorm wie schnell die Zeit vergeht: Halbzeit in Costa Rica

Vom 29.01 bis zum 03.02. fand das Brot für die Welt- Zwischenseminar zusammen mit meinen Mitfreiwilligen von Brot für die Welt und mit 14 anderen Freiwilligen aus Costa Rica, Nicaragua und Kuba von unterschiedlichen Organisationen statt. Am 29.01. trafen wir uns alle mit meiner Mentorin von Brot für die Welt, einem anderen Mentor und einem ehemaligen Freiwilligen an dem Bus-Terminal und machten uns auf den Weg nach Buenos Aires, einer Stadt im Süden Costa Ricas. Nach einer sechsstündigen Busfahrt lag eine zweistündige Wanderung vor uns, bis wir schließlich in die indigene Gemeinde „Salitre“ gelangten. Untergebracht waren wir in dem Kulturzentrum namens Bribripa. Diese Organisation bietet Führungen und Vorträge an, um Einblicke in die Bribri-Kultur gewinnen zu können. Außerdem gibt es auch Hütten, in denen man übernachten kann. Dort waren wir auch die sechs Tage untergebracht. In dem Seminar beschäftigten wir uns mit Themen, wie zum Beispiel das vergangene letzte halbe Jahr, die Rückkehr nach Deutschland, Pläne in den weiteren Monaten, der Bribri-Kultur, sowie mit der Möglichkeit „Fußabdrücke“ zu hinterlassen. Außerdem durften auch Einzelgespräche mit den Mentoren, sowie ein Fußballspiel mit Einheimischen und das Baden in einem in der Nähe gelegenen Fluss nicht fehlen. Der Höhepunkt der Tage war für mich der kulturelle Austauschabend. Wir brachten den Einheimischen die deutsche Kultur mit Bildern, einem Deutschkurs und deutschen Liedern näher und im Gegenzug wurde uns von den Bribri’s (Einheimischen) durch Tänze und Musik ihre Kultur nähergebracht. Dabei durften wir auch unser Tanzbein schwingen. Außerdem bekamen wir noch eine Führung durch das Dorf. Eines Nachmittags machten wir uns auf den Weg in die Berge, um den Sonnenuntergang zu sehen. Nach einer einstündigen Wanderung hatten wir den idealen Platz gefunden, um die Idylle zu genießen.

Mir hat die Zeit in dem Seminar sehr gut gefallen, da man viele neue Leute kennengelernt hat, einem die Bribri-Kultur nähergebracht wurde und man viele wichtige Informationen und Tipps bekommen hat. Außerdem war es total entspannt, da man in Salitre überhaupt kein Internet hatte und deshalb die ganze Zeit mit seinen Mitmenschen genießen konnte.

Der nächste Blogeintrag wird zeitnah folgen.

Ein geregelter Alltag ist wichtig für die Kinder

Anbei ein Beitrag von mir, den ich für die Homepage von Brot für die Welt geschrieben habe:

Pura Vida ist das Lebensmotto in Costa Rica (auf Deutsch etwa: „Genieße das Leben“). Und nach fast sechs Monaten als Freiwilliger in einer Kindertagesstätte und einem sozialen Projekt in einem Armenviertel von San Jose erzählt Maximilian davon, was das für die Menschen bedeutet.


Wenn ich mich Dienstag morgens auf dem Weg in die Kindertagesstätte in das Armenviertel „La Carpio“ mache und durch die Innenstadt laufe, ist die Stadt gefüllt mit Menschenmengen. Man hört Marktschreier, sieht, wie Leute ganz gemütlich an einem vorbeilaufen, stets mit einem Lächeln im Gesicht, hört Papageien und Menschen miteinander kommunizieren. Und alles ganz „tranquilo“; auf Deutsch „ruhig/langsam“. Dieses Wort bekommt man gerade als Deutscher oftmals zu hören.

Wenn man sich mit einem Tico (Einheimischer) verabredet, kann das oftmals vorkommen, dass man dreißig Minuten länger wartet. Darauf habe ich mich aber bereits schon eingestellt. Wichtig ist es nur zu unterscheiden, wann man zu spät kommen kann, und wann nicht. Beispielsweise in der Kindertagesstätte ist es wichtig, pünktlich zu kommen und Bescheid zu sagen, wenn man im Stau steht, was in Costa Rica regelmäßig vorkommt. Angekommen in dem Armenviertel „La Carpio“ in der Kindertagesstätte rennen die Kinder mir schon entgegen, als ich die Eingangstüre öffne. La Carpio ist ein Ortsteil von San Jose, in dem Armut und Gewalt ein großes Problem sind; einige Kinder erfahren häusliche Gewalt, Familien haben nicht genug zu essen und wohnen in Wellblechhütten mit vielen anderen Familienmitgliedern.

Ich arbeite dienstags und mittwochs in der Kindertagesstätte jeweils acht Stunden am Tag. Zu meinen Hauptaufgaben gehören das Kochen und das Spielen mit den Kindern. Außerdem gebe ich dienstags Sportunterricht. Für die Kinder ist es sehr wichtig, einen geregelten Alltag zu erfahren, da dies oft in ihren Familien nicht vermittelt wird. Ich arbeite dort zusammen mit Henriette, meiner Mitfreiwilligen von Brot für die Welt und denen von Mission EineWelt, Jan, Jana und Julia. Außerdem gibt es drei hauptangestellte Mitarbeiterinnen.

Wir Freiwillige wohnen alle zusammen in einer Wohnung oberhalb meiner Organisation ILCO, der lutheranischen Kirche Costa Ricas. Außer meiner Arbeit in der Kindertagesstätte arbeite ich in dem Projekt Emprendimientos zusammen mit Julia und dem Koordinator Norberto. Dies ist ein soziales Projekt für Jugendliche und Erwachsene in La Carpio, in welchem Aktivitäten für alle Altersgruppen durchgeführt werden. Beispielsweise gebe ich Englischunterricht für alle Altersgruppen und Deutschunterricht für die Mitarbeiter der ILCO. Mit den Jugendlichen spielen wir Fußball und bedrucken T-Shirts, mit einer Frauengruppe stellen wir Schmuck- und Kosmetikprodukte her und mit Männern machen wir Informatikunterricht. In diesem Projekt arbeite ich wöchentlich donnerstags bis samstags.

Die Arbeit in der Kindertagesstätte und in dem Projekt Emprendimientos macht mir viel Spaß. Außerdem stehen wir auch in ständigem Kontakt mit den Mitarbeitern der ILCO, die im Laufe der Zeit richtig gute Freunde geworden sind. Ich hoffe, dass die letzten sechs Monate genauso weiterverlaufen werden und dass ich noch viele weitere positive Erlebnisse in Costa Rica miterleben darf. Auf meiner Homepage berichte ich ständig über mein Leben und meine Erlebnisse vorort.

PURA VIDA!:-)

https://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/ein-geregelter-alltag-ist-wichtig-kinder

„Wieso eigentlich ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst?“ 

„Max, wieso machst du eigentlich einen Freiwilligendienst und beginnst nicht gleich nach dem Abitur mit dem Studium oder einer Ausbildung?“ Das ist eine Frage, die mir auch sehr häufig gestellt wird und ich finde es auch wichtig, dies zu hinterfragen.

Für mich war es schon immer sehr wichtig nach dem Abitur eine Zeit lang in einem anderen Land zu verbringen, um meinen Horizont zu erweitern – bisher kannte ich nur den europäischen Kontinent. Einfach nur Reisen kam für mich nicht in Frage, da ich mich schon nach einem kurzen Urlaub wieder auf meinen Alltag freue und mir dabei eine Motivation fehlte. Deshalb bewarb ich mich bei Brot für die Welt und anderen Organisationen um einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst.

Weshalb ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst? Ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst beinhaltet alle Punkte, die für mich wesentlich waren – eine neue Kultur in einem anderen Kontinent kennenlernen, Menschen helfen, die nicht die Möglichkeit haben, Bildung zu erfahren, wie in Deutschland, und für mich persönliche Erfahrungen zu sammeln, die mich prägen werden und mir für meine Zukunft helfen werden. Für mich ist es das Schönste, wenn ich den Kindern in der Kindertagesstätte etwas beibringen kann oder den Schülern meines Englischunterrichtes die Sprache näher bringen kann. Wenn ich die glücklichen Augen derer Menschen sehe, bin ich ebenfalls überglücklich. 

Wieso eigentlich Costa Rica? Ich habe mich schon immer gefragt was hinter dem Lebensmotto „Pura Vida“ steckt. Auf Deutsch übersetzt heißt das „Pures Leben“, also so viel wie „genieße das Leben“. Es ist ganz wichtig für die Menschen, ihr Leben zu genießen und „zu Leben“. Außerdem spreche ich gerne Spanisch. In meinen weiteren 7 Monaten in Costa Rica habe ich die Möglichkeit noch viel dazuzulernen. Außerdem faszinierte mich schon immer Lateinamerika auf Bildern.

Als ich bei Brot für die Welt im Dezember bei dem Auswahlwochenende war, beschloss ich für mich selbst: Entweder ich bekomme eine Zusage bei dieser Organisation, oder ich muss mir einen anderen Weg suchen, wie zum Beispiel ein Freiwilliges Soziales Jahr in Deutschland oder schon mit dem Studium beginnen.

Für mich war es wichtig, mit einer Organisation auszureisen hinter der ich auch stehe, dessen Interessen ich teile.

Letztlich hat alles geklappt und ich bin überglücklich in meinem „neuen Land“. 

Auftritt in der deutschen Gemeinde in San  José, Besuch in einer indigenen Gemeinde in Costa Rica, Weihnachten an der Karibik 

Am 17. Dezember spielte ich zusammen mit einem deutschen Pfarrer der ILCO im Gottesdienst der deutschen Gemeinde Duette auf der Trompete und Posaune. Nach einem schwungvollen Einstiegsduett folgten Weihnachtslieder. Des Weiteren wurde ich von seiner Frau, der Pfarrerin der deutschen Gemeinde, gefragt, ob ich über meine Arbeit in La Carpio in der Predigt berichten könnte, da dies zum Thema passt. Ich stimmt sofort zu und berichtete über meine Arbeit, Probleme, Drogen und Gewalt. Dabei habe ich das erreicht, was ich wollte- Menschen aufmerksam machen, dass es in der gleichen Stadt auch Viertel gibt, wo es nicht selbstverständlich ist, dass man Geschenke bekommt, zur Schule kann und Drogen und Gewalt zum Alltag zählen. Nach dem Gottesdienst habe ich mich noch mit den Mitgliedern der Kirche über die Themen persönlich unterhalten.

Am Tag darauf ging ich mit einem anderen deutschen Pfarrer, einem Pfarrer aus Peru und einem Mitglied aus der Jugendgruppe nach Cabagra, eine indigene Gemeinde in Costa Rica in der Nähe der Stadt Buenos Aires. Nach einer fünfstündigen Fahrt im Auto und einem Schotterweg sind wir in der indigenen Gemeinde angekommen. Nach einem leckeren Mittagessen fand ein Gottesdienst für die Jugendgruppen der indigenen Gemeinde statt. Zusammen sangen wir viele Lieder. Einige begleitete ich auf der Posaune. Nach dem Gottesdienst machten wir einige Spiele mit den Kindern. Nach der Aktivität gingen wir weiter zu einer Familie, die in vier Häusern nebeneinander wohnt. Zuerst fand auch ein Gottesdienst statt und danach bekamen wir ein leckeres Abendessen. Anschließend ging ich müde in mein Zimmer und schlief, bis ich am nächsten Morgen um 6 Uhr von einem Hahn geweckt wurde. Nach einem leckeren Frühstück ging es dann wieder zurück nach San José. Mir hat der Ausflug in die indigene Gemeinde sehr gut gefallen und ich hoffe, dass ich zeitnah wieder die Möglichkeit bekomme einen Pfarrer zu begleiten.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg an den Pazifik mit allen Mitarbeitern und Freiwilligen der Kindertagesstätte. Nach einem schönen Tag am Strand und einem leckeren Mittagessen, zu dem alle etwas beigesteuert hatten, fuhren wir wieder nach San José. 

Für mich konnte die Heimfahrt gar nicht zu schnell vergehen, da ich wusste, dass inzwischen meine Familie in San José gelandet ist. Deshalb ging ich kurz zum Duschen in die WG und anschließend in das Hotel meiner Familie. Nachdem wir uns nach 4 1/2 Monaten wieder in die Arme geschlossen haben, gingen wir zusammen in ein schwäbisches Restaurant, bei dem wir uns mit meinen Mitbewohnern und meinem Chef zum Essen verabredet hatten. Am nächsten Tag nach dem Frühstück machte ich mich zusammen mit meiner Familie auf den Weg nach La Carpio. Von einem Bekannten bekamen wir eine Führung durch das Armenviertel. Anschließend zeigte ich meiner Familie die Innenstadt von San José und wir tranken zusammen mit zwei Freunden einen Kaffee. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel wurden wir dann zum Abendessen von meinem Chef in seine Wohnung zusammen mit meinen Mitbewohnern eingeladen.

Am nächsten Tag machten wir uns schon früh auf den Weg nach Puerto Viejo an die Karibikküste. Nach einer fünfstündigen Fahrt im Mietwagen, kamen wir in unser Unterkunft an. Am nächsten Tag fand eine sechsstündige Führung von einem deutschen Biologen durch einen privaten Regenwald statt. Wir bekamen viele Infos über heimische Tiere und Pflanzen und sahen unter Anderem Affen, Faultiere, Schlangen, Frösche, Tukane und Kaimane. Mir hat die Führung sehr gut gefallen.

24. Dezember- Das erste Mal Weihnachten auf einem anderen Kontinent. Als ich morgens um 8 Uhr aufwachte und mit meiner Familie mit T-Shirt und kurzer Hose zum Frühstücken ging, konnte ich gar nicht glauben, dass Weihnachten ist. Erst als mein Opa mich angerufen hat, und der Musikverein in unserem Ort Weihnachtslieder gespielt hat, kam auch bei uns das Weihnachtsfeeling an. Nach dem Frühstück gingen wir an den Strand und badeten in der warmen Karibik. Abends gingen wir lecker Essen und tranken anschließend einen Cocktail in einer Bar bei Live-Musik.

Morgen werden wir weiter zum Vulkan Arenal fahren. Der Abschluss unseres gemeinsamen Urlaubes wird dann in Puntarenas an der Pazifikküste sein. 

Ich wünsche euch allen schöne Weihnachten. Genießt die Zeit mit euren Familien. Vielen Dank an alle, die mich durch das Lesen meines Blogs stets unterstützen. Das ist meine Motivation, regelmäßig über mein Leben in Costa Rica  zu berichten.

Viele Grüße aus Puerto Viejo/ Costa Rica

Maximilian mit Familie

Verabschiedungsfest, Taufe, Babyshower, Ausflug zum Vulkan Irazu, Arbeit, Ausblick 

Am 17. November fand ein Fest zur Verabschiedung des Pfarrers Hans Zeller von „Mission eine Welt“ statt, der kurz vor der Pension steht und eine Mittelamerika- Abschlussreise antrat. Schon zwei Tage vor dem Fest war das Thema der ILCO das Gleiche: Die Vorbereitung für das Abschlussfest. Nach dem Mitwirken von vielen Händen, wurde der überdachte Außenbereich der ILCO festlich geschmückt. Zu Beginn des Festes hielt der Präsident der ILCO eine Rede. Anschließend bedankte sich auch Hans Zeller für die jahrelange Zusammenarbeit. Nach einem leckeren Abendessen und vielen Gesprächen wurde der Abend dann mit „Salsa“ ausgeklungen, wobei das ein- oder andere Tanzbein geschwungen wurde. 

Am nächsten Morgen machten sich meine Mitbewohner und ich uns auf den Weg in das Stadtviertel Alajuelita, da dort zwei Taufen stattfanden und des Weiteren ein Pfarrer von Mission eine Welt geprüft wurde. Alle fünf Jahre wird ein Pfarrer von Mission eine Welt, der in ein anderes Land entsandt wurde, geprüft.

Nach dem Gottesdienst gingen wir direkt weiter nach La Carpio, da wir dort eine Einladung für eine Babyshower erhalten haben. Als ich die Einladung bekam, musste ich zuerst einmal im Internet schauen, was man unter einer Babyshower versteht, da mir der Begriff bis zu dem Zeitpunkt unbekannt war. Eine Babyshower ist ein Fest für die werdende Mutter vor der Geburt. Dabei soll sie mit Geschenken für das Baby „berieselt“ werden. Nach einem leckeren Mittagessen standen Spiele auf dem Programm. Leider wurde auch ich für ein Spiel vorgeschlagen, bei dem man sich mit verbundenen Augen gegenseitig füttern musste. Natürlich machte ich dies auch. Trotz dem Babybrei auf Hemd und Hose, war das Spiel sehr lustig. Es war ein sehr schöner Nachmittag und eine tolle neue Erfahrung für mich. 

Anbei das Geschenk von meinen Mitbewohnern und mir:

Am 26. November fand ein Ausflug des Projektes Emprendimientos, in dem ich auch tätig bin, statt. Wir trafen uns um 7:30 Uhr morgens und fuhren anschließend mit Kleinbussen nach Cartago, da sich dort der Vulkan Irazu befindet. Nach einer einstündigen Busfahrt, kamen wir am Vulkan an und aßen gemeinsam. Anschließend liefen wir zuallererst in einer kleinen Gruppe und dann in der großen Gruppe zusammen am Krater entlang. Der Vulkan Irazu ist der größte, aber auch unberechenbarste Vulkan Costa Ricas und liegt auf einer Höhe von ca. 3500 Meter. Da das Wetter nicht allzu gut war, konnten wir leider nicht den ganzen Vulkan sehen, da sich immer Nebeldecken hervorgeschoben haben. Nach einer schönen Wanderung am Vulkan, setzten wir uns müde in einen Essensraum und aßen zu Mittag. Anschließend fuhren wir wieder in Kleinbussen zurück nach Hause. Es war ein sehr schöner Ausflug des Projektes Emprendimientos. Besonders gut hat mir gefallen, dass alle Altersklassen vertreten waren… Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Seit dem 16. November gebe ich nun Deutschunterricht für die Mitarbeiter der ILCO. Wir lernten einfache Konversationen auf Deutsch, das Verb „sein“ kennen, sowie Zahlen und das ABC. Auf das bereits gelernte, werden wir in den folgenden Wochen aufbauen.

Auch bei dem Englischunterricht, der bereits seit Längerem stattfindet, läuft es gut. In der letzten Woche besuchten 15 Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Unterricht.

Morgen sind alle deutschen Freiwilligen des Projektes weltwärts in das Restaurant meiner Mentorin von Brot für die Welt eingeladen. Am Donnerstag werden meine Mitbewohner und ich auf ein Konzert des Musikers Bruno Mars gehen, da dieser ein Konzert in unserer Heimatstadt San José geben wird. Ich freue mich schon total auf die kommende Woche. Der nächste Bericht wird zeitnah folgen. 

Jugendveranstaltung, Englischunterricht, Geburtstagsfeier, Musik, Erdbeben, Ausblick 

Am 3. November wurde ich nach dem Englischunterricht zu einer Geburtstagsfeier von der Schwester einer Mitarbeiterin der ILCO nach La Carpio eingeladen. Nach einem sehr guten Essen tanzten wir Salsa. Anschließend wurden dem Geburtstagskind Lieder auf Spanisch und anschließend auch von den schwedischen Freiwilligen und uns Deutschen auf schwedisch und deutsch gesungen. Des Weiteren gab es noch einen leckeren Geburtstagskuchen. Anschließend bekamen wir noch Besuch und ließen den Abend ausklingen.

Am Tag darauf fand um 16 Uhr eine Veranstaltung mit Jugendlichen aus indigenen Gemeinden, sowie den Jugendlichen aus Carpio und Alajuelita statt. Nach einer Begrüßung machten wir viele Gruppenspiele, die von einem Pfarrer einer indigenen Gemeinde geleitet wurden. Anschließend gab es ein leckeres Abendessen. Die meisten Jugendlichen schliefen in der ILCO, da sie einen sehr langen Heimweg vor sich hatten. Am nächsten Morgen frühstückten wir zum Abschluss gemeinsam. Es waren zwei schöne Tage mit den Jugendlichen.

Am Montag vergangene Woche traf ich mich zum ersten Mal mit Martin, einem deutschen Pfarrer meiner Organisation, zum gemeinsamen Musizieren, da er Trompete spielt. Wir musizierten zusammen mit einer Organistin. Dies hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wir treffen uns jetzt regelmäßig montags zum Musizieren und werden am 10. Dezember einen Gottesdienst musikalisch umrahmen.

Am Dienstag morgen fand wie jeden ersten Dienstag im Monat eine Andacht statt. Anschließend sprachen wir mit unserem Chef Joachim über den vergangenen Monat, sowie über die Urlaubsplanung. Ich werde von dem 20. Dezember bis zum 8. Januar Urlaub haben.  

Am Mittwoch arbeitete ich wie gewohnt in der Kindertagesstätte in La Carpio. Am Donnerstag lief ich mit meinem Chef Norberto durch La Carpio, um nochmals Werbung für meinen Englischunterricht zu machen. Tags darauf fand der Englischunterricht um 19 Uhr statt. 18 Leute nahmen am Englischunterricht teil. Die Leute sind sehr interessiert daran die englische Sprache zu erlernen und deswegen immer sehr aufmerksam. Den Abend ließ ich zusammen mit meinen Mitfreiwilligen und meinem Chef in einer Bar in Carpio ausklingen.

Am Samstag fand ein Seminar über Organischen Anbau von einem Pfarrer meiner Organisation statt. Dieses fand ich sehr interessant und hat mir Spaß gemacht. Nach einer Einführung begannen wir Ableger von Pflanzen in eigen hergestellte Töpfen zu pflanzen. Nachdem wir auf dem Biomarkt waren, der wöchentlich in dem Garten meiner Organisation stattfindet, gruben wir die Reste des Obstes und Gemüses in die Erde ein. Über diesen pflanzten wir neues Gemüse ein und legten den neu entstandenen Gemüsegarten noch mit Steinen schön an. Nach dem Seminar trafen wir uns abends mit Teilnehmern der Jugendgruppe in Alajuelita zum Feiern in einer Disko.

Am gestrigen Abend beschlossen wir kurzfristig in das Restaurant meiner Mentorin Irmgard zu gehen, da wir alle mal wieder Lust auf schwäbisches Essen verspürten. Dies hat sehr lecker geschmeckt. Unsere Mentorin aß mit uns zusammen am Tisch und wir hatten Zeit uns über unsere Arbeit und Organisation zu unterhalten. Als wir heimkamen und ich dabei war meinen Bericht für Brot für die Welt zu korrigieren, fing unser Haus sich zu bewegen an. Es war ein Erdbeben.  Wir waren alle ziemlich panisch, da wir nicht wussten, was wir machen sollten. Daraufhin erfuhren wir dass es ein Erdbeben mit der Stärke 6,8 war. Wir waren froh, dass uns nichts passiert ist.

Heute traf ich mich zusammen mit dem deutschen Pfarrer Martin, sowie Inna, einer Organistin zum Musizieren in der deutschen Gemeinde. Dies hat sehr viel Spaß gemacht. Anschließend wurde ich noch zum Mittagessen eingeladen. Gerade habe ich meinen ersten Zwischenbericht an Brot für die Welt geschickt.

Ausblick: Morgen und am Mittwoch werde ich wie gewohnt in der Kindertagesstätte in La Carpio arbeiten. Am Donnerstag werde ich mit dem Deutschunterricht in der ILCO beginnen. Dieser wird von 16 bis 18 Uhr stattfinden. Morgens habe ich dafür Zeit den Unterricht vorzubereiten. Am Freitag wird ein Mitarbeiter von Mission eineWelt nach Costa Rica kommen, da er sich gerade auf einer Abschiedstour durch Mittelamerika befindet, da er anscheinend in Rente gehen wird. Am Sonntag sind meine Mitbewohner und ich zu einer Babyshower nach La Carpio eingeladen zu einer Mitarbeiterin meiner Organisation, da sie bald Mutter werden wird. Was man darunter versteht, werde ich euch anschließend verraten. Der nächste Blogeintrag wird zeitnah folgen. 

BfdW Seminar, Musical Auftritt, Kurzurlaub an der Karibik, Ausblick 

Am Dienstag und Mittwoch arbeitete ich wie gewohnt in der Kindertagesstätte in La Carpio. Am Donnerstag und Freitag fand das erste Brot für die Welt Zwischenseminar in dem Stadtzentrum Pavas statt. Dort befindet sich die Geschäftsstelle, in der 12 Mitarbeiter angestellt sind, und Projekte in ganz Mittelamerika von dort aus koordiniert werden. Nach einer kurzen Begrüßung von unserer Landesmentorin stellten wir Freiwilligen des Jahrgangs 2017/18 unsere Organisationen, sowie unsere Einsatzplätze vor. Des Weiteren erörterten wir Probleme, die in den ersten zwei Monaten in dem Partnerorganisation aufgetreten sind und fanden Lösungen. Anschließend wurden wir von dem Chef der Geschäftsstelle begrüßt und erhielten viele Einblicke in seine Arbeit. Zum Mittagessen gab es Schnitzel mit Kartoffelsalat, welches von meiner Landesmentorin gemacht wurde und sehr lecker geschmeckt hat. Nach dem Mittagessen fand ein Vortrag eines Mitarbeiters statt über die Arbeit von BfdW in Mittelamerika. Durch viele informative Statistiken konnten wir die Arbeit sehr gut nachvollziehen. Am Freitag fand der zweite Tag des Seminars statt. Nach einigen wichtigen Informationen unserer Landesmentorin und Gesprächen besuchten wir die Menschenrechtsorganisation Cejil in San José. Nach einer einstündigen Präsentation wurde mir klar, wie wichtig diese Organisation ist, da diese benachteiligte Menschen in Ländern unterstützt. Cejil wird unter anderem von Brot für die Welt finanziell gefördert. Nach dem Vortrag liefen wir zu Fuß zu dem Gericht für Menschenrechte, das sich in der Nähe der Organisation befindet. Dort erhielten wir eine Führung durch den Gerichtshof. Außerdem wurden sehr viele informative Punkte über Verhandlungen und Fälle in der Vergangenheit genannt. Dies war ein sehr schöner Abschluss unseres zwei tägigen Seminars. Anschließend fand die letzte Probe für das Musical statt, das am darauffolgenden Tag aufgeführt wurde.

Samstag 28. Oktober 2017 18 Uhr: Nachdem schon viele Leute ihre Plätze in einem überdachten Platz in dem Gebäude der ILCO gefunden hatten, versammelten wir Schauspieler uns in einem Raum und sprachen uns gegenseitig Motivation zu. Dann begann endlich unser Auftritt, auf diesen wir uns die letzten Wochen vorbereitet hatten. Zum Glück klappte alles so, wie wir es uns gewünscht hatten und unter anhaltendem Applaus verließen wir die Bühne. Als wir anschließend zu den Zuschauern gingen, wurden wir in höchsten Tönen gelobt. Nach dem gelungenen Auftritt gingen wir bis in die Morgenstunden tanzen. Am darauffolgenden Tag fand nachmittags ein Gottesdienst aller lutherischen Kirchen statt, um das 500. Reformationsjahr zu feiern. Mir hat der Gottesdienst sehr gut gefallen. Musikalisch wurde dieser von einer Band umrahmt. 

Am Montag um 4:45 Uhr klingelte mein Wecker. Müde schaltete ich diesen aus, da die letzten Nächste auch ziemlich kurz waren. Jedoch als ich daran dachte, dass ich in wenigen Stunden an der Karibik sein werde, war die Motivation die Bettdecke an die Seite zu schlagen und aufzustehen groß. Nach einer 4 stündigen Busfahrt kamen meine Mitbewohner Jana und Jan und ich in Cahuita, einem Dorf an der Karibik an. Wir gingen zu unserer im Vorraus gebuchten Unterkunft und anschließend direkt ans Meer. Da das Wetter leider nicht allzu gut war, ließen wir diesen Tag ganz entspannt schon früh mit einem Abendessen in einem Restaurant und Cocktails ausklingen. Am nächsten Tag klingelte der Wecker schon um 5:50 Uhr, da wir geplant hatten in einen Nationalpark zu gehen. Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg in den Nationalpark. Der Park liegt direkt an der Karibik. Wenn man durch den Park läuft, begleitet einen die ganze Zeit das Meeresrauschen. Nach und nach hörten und sahen wir immer mehr Tiere…. Affen, Schmetterlinge, Kolibris,  Faultiere, Nasenbären, Schlangen und viele Tiere mehr begegneten uns auf dem Weg durch den Nationalpark. Da der Nationalpark durch einen Fluss abgetrennt ist, mussten wir diesen in Badehose und dem Gepäck über dem Kopf überqueren. Das hat zum Glück gut geklappt und nichts ging verloren. Nach der Wanderung durch den Park legten wir uns an den Strand und badeten in der Karibik. Nachmittags ging dann auch schon wieder der Bus zurück nach San José. Nach den letzten anstrengenden Wochen durch die Arbeit und zusätzlichen vielen Proben durch das Musical war die Ruhe und Entspannung bitter nötig. Ich genoss die zwei Tage an der Karibik in vollen Zügen.

Gerade sitze ich am Frühstückstisch und werde in 20 Minuten mit der Arbeit im Büro beginnen. Morgen Abend findet wie jede Woche Freitag der Englischunterricht in La Carpio statt und anschließend bekommen wir Besuch. Am Samstag findet in der ILCO ein Barbecue von der Jugendgruppe von Carpio statt. Ich freue mich auf die nächsten Tage. Der nächste Blogeintrag wird zeitnah folgen.