Verabschiedungsfest, Taufe, Babyshower, Ausflug zum Vulkan Irazu, Arbeit, Ausblick 

Am 17. November fand ein Fest zur Verabschiedung des Pfarrers Hans Zeller von „Mission eine Welt“ statt, der kurz vor der Pension steht und eine Mittelamerika- Abschlussreise antrat. Schon zwei Tage vor dem Fest war das Thema der ILCO das Gleiche: Die Vorbereitung für das Abschlussfest. Nach dem Mitwirken von vielen Händen, wurde der überdachte Außenbereich der ILCO festlich geschmückt. Zu Beginn des Festes hielt der Präsident der ILCO eine Rede. Anschließend bedankte sich auch Hans Zeller für die jahrelange Zusammenarbeit. Nach einem leckeren Abendessen und vielen Gesprächen wurde der Abend dann mit „Salsa“ ausgeklungen, wobei das ein- oder andere Tanzbein geschwungen wurde. 

Am nächsten Morgen machten sich meine Mitbewohner und ich uns auf den Weg in das Stadtviertel Alajuelita, da dort zwei Taufen stattfanden und des Weiteren ein Pfarrer von Mission eine Welt geprüft wurde. Alle fünf Jahre wird ein Pfarrer von Mission eine Welt, der in ein anderes Land entsandt wurde, geprüft.

Nach dem Gottesdienst gingen wir direkt weiter nach La Carpio, da wir dort eine Einladung für eine Babyshower erhalten haben. Als ich die Einladung bekam, musste ich zuerst einmal im Internet schauen, was man unter einer Babyshower versteht, da mir der Begriff bis zu dem Zeitpunkt unbekannt war. Eine Babyshower ist ein Fest für die werdende Mutter vor der Geburt. Dabei soll sie mit Geschenken für das Baby „berieselt“ werden. Nach einem leckeren Mittagessen standen Spiele auf dem Programm. Leider wurde auch ich für ein Spiel vorgeschlagen, bei dem man sich mit verbundenen Augen gegenseitig füttern musste. Natürlich machte ich dies auch. Trotz dem Babybrei auf Hemd und Hose, war das Spiel sehr lustig. Es war ein sehr schöner Nachmittag und eine tolle neue Erfahrung für mich. 

Anbei das Geschenk von meinen Mitbewohnern und mir:

Am 26. November fand ein Ausflug des Projektes Emprendimientos, in dem ich auch tätig bin, statt. Wir trafen uns um 7:30 Uhr morgens und fuhren anschließend mit Kleinbussen nach Cartago, da sich dort der Vulkan Irazu befindet. Nach einer einstündigen Busfahrt, kamen wir am Vulkan an und aßen gemeinsam. Anschließend liefen wir zuallererst in einer kleinen Gruppe und dann in der großen Gruppe zusammen am Krater entlang. Der Vulkan Irazu ist der größte, aber auch unberechenbarste Vulkan Costa Ricas und liegt auf einer Höhe von ca. 3500 Meter. Da das Wetter nicht allzu gut war, konnten wir leider nicht den ganzen Vulkan sehen, da sich immer Nebeldecken hervorgeschoben haben. Nach einer schönen Wanderung am Vulkan, setzten wir uns müde in einen Essensraum und aßen zu Mittag. Anschließend fuhren wir wieder in Kleinbussen zurück nach Hause. Es war ein sehr schöner Ausflug des Projektes Emprendimientos. Besonders gut hat mir gefallen, dass alle Altersklassen vertreten waren… Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Seit dem 16. November gebe ich nun Deutschunterricht für die Mitarbeiter der ILCO. Wir lernten einfache Konversationen auf Deutsch, das Verb „sein“ kennen, sowie Zahlen und das ABC. Auf das bereits gelernte, werden wir in den folgenden Wochen aufbauen.

Auch bei dem Englischunterricht, der bereits seit Längerem stattfindet, läuft es gut. In der letzten Woche besuchten 15 Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Unterricht.

Morgen sind alle deutschen Freiwilligen des Projektes weltwärts in das Restaurant meiner Mentorin von Brot für die Welt eingeladen. Am Donnerstag werden meine Mitbewohner und ich auf ein Konzert des Musikers Bruno Mars gehen, da dieser ein Konzert in unserer Heimatstadt San José geben wird. Ich freue mich schon total auf die kommende Woche. Der nächste Bericht wird zeitnah folgen. 

Jugendveranstaltung, Englischunterricht, Geburtstagsfeier, Musik, Erdbeben, Ausblick 

Am 3. November wurde ich nach dem Englischunterricht zu einer Geburtstagsfeier von der Schwester einer Mitarbeiterin der ILCO nach La Carpio eingeladen. Nach einem sehr guten Essen tanzten wir Salsa. Anschließend wurden dem Geburtstagskind Lieder auf Spanisch und anschließend auch von den schwedischen Freiwilligen und uns Deutschen auf schwedisch und deutsch gesungen. Des Weiteren gab es noch einen leckeren Geburtstagskuchen. Anschließend bekamen wir noch Besuch und ließen den Abend ausklingen.

Am Tag darauf fand um 16 Uhr eine Veranstaltung mit Jugendlichen aus indigenen Gemeinden, sowie den Jugendlichen aus Carpio und Alajuelita statt. Nach einer Begrüßung machten wir viele Gruppenspiele, die von einem Pfarrer einer indigenen Gemeinde geleitet wurden. Anschließend gab es ein leckeres Abendessen. Die meisten Jugendlichen schliefen in der ILCO, da sie einen sehr langen Heimweg vor sich hatten. Am nächsten Morgen frühstückten wir zum Abschluss gemeinsam. Es waren zwei schöne Tage mit den Jugendlichen.

Am Montag vergangene Woche traf ich mich zum ersten Mal mit Martin, einem deutschen Pfarrer meiner Organisation, zum gemeinsamen Musizieren, da er Trompete spielt. Wir musizierten zusammen mit einer Organistin. Dies hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wir treffen uns jetzt regelmäßig montags zum Musizieren und werden am 10. Dezember einen Gottesdienst musikalisch umrahmen.

Am Dienstag morgen fand wie jeden ersten Dienstag im Monat eine Andacht statt. Anschließend sprachen wir mit unserem Chef Joachim über den vergangenen Monat, sowie über die Urlaubsplanung. Ich werde von dem 20. Dezember bis zum 8. Januar Urlaub haben.  

Am Mittwoch arbeitete ich wie gewohnt in der Kindertagesstätte in La Carpio. Am Donnerstag lief ich mit meinem Chef Norberto durch La Carpio, um nochmals Werbung für meinen Englischunterricht zu machen. Tags darauf fand der Englischunterricht um 19 Uhr statt. 18 Leute nahmen am Englischunterricht teil. Die Leute sind sehr interessiert daran die englische Sprache zu erlernen und deswegen immer sehr aufmerksam. Den Abend ließ ich zusammen mit meinen Mitfreiwilligen und meinem Chef in einer Bar in Carpio ausklingen.

Am Samstag fand ein Seminar über Organischen Anbau von einem Pfarrer meiner Organisation statt. Dieses fand ich sehr interessant und hat mir Spaß gemacht. Nach einer Einführung begannen wir Ableger von Pflanzen in eigen hergestellte Töpfen zu pflanzen. Nachdem wir auf dem Biomarkt waren, der wöchentlich in dem Garten meiner Organisation stattfindet, gruben wir die Reste des Obstes und Gemüses in die Erde ein. Über diesen pflanzten wir neues Gemüse ein und legten den neu entstandenen Gemüsegarten noch mit Steinen schön an. Nach dem Seminar trafen wir uns abends mit Teilnehmern der Jugendgruppe in Alajuelita zum Feiern in einer Disko.

Am gestrigen Abend beschlossen wir kurzfristig in das Restaurant meiner Mentorin Irmgard zu gehen, da wir alle mal wieder Lust auf schwäbisches Essen verspürten. Dies hat sehr lecker geschmeckt. Unsere Mentorin aß mit uns zusammen am Tisch und wir hatten Zeit uns über unsere Arbeit und Organisation zu unterhalten. Als wir heimkamen und ich dabei war meinen Bericht für Brot für die Welt zu korrigieren, fing unser Haus sich zu bewegen an. Es war ein Erdbeben.  Wir waren alle ziemlich panisch, da wir nicht wussten, was wir machen sollten. Daraufhin erfuhren wir dass es ein Erdbeben mit der Stärke 6,8 war. Wir waren froh, dass uns nichts passiert ist.

Heute traf ich mich zusammen mit dem deutschen Pfarrer Martin, sowie Inna, einer Organistin zum Musizieren in der deutschen Gemeinde. Dies hat sehr viel Spaß gemacht. Anschließend wurde ich noch zum Mittagessen eingeladen. Gerade habe ich meinen ersten Zwischenbericht an Brot für die Welt geschickt.

Ausblick: Morgen und am Mittwoch werde ich wie gewohnt in der Kindertagesstätte in La Carpio arbeiten. Am Donnerstag werde ich mit dem Deutschunterricht in der ILCO beginnen. Dieser wird von 16 bis 18 Uhr stattfinden. Morgens habe ich dafür Zeit den Unterricht vorzubereiten. Am Freitag wird ein Mitarbeiter von Mission eineWelt nach Costa Rica kommen, da er sich gerade auf einer Abschiedstour durch Mittelamerika befindet, da er anscheinend in Rente gehen wird. Am Sonntag sind meine Mitbewohner und ich zu einer Babyshower nach La Carpio eingeladen zu einer Mitarbeiterin meiner Organisation, da sie bald Mutter werden wird. Was man darunter versteht, werde ich euch anschließend verraten. Der nächste Blogeintrag wird zeitnah folgen. 

BfdW Seminar, Musical Auftritt, Kurzurlaub an der Karibik, Ausblick 

Am Dienstag und Mittwoch arbeitete ich wie gewohnt in der Kindertagesstätte in La Carpio. Am Donnerstag und Freitag fand das erste Brot für die Welt Zwischenseminar in dem Stadtzentrum Pavas statt. Dort befindet sich die Geschäftsstelle, in der 12 Mitarbeiter angestellt sind, und Projekte in ganz Mittelamerika von dort aus koordiniert werden. Nach einer kurzen Begrüßung von unserer Landesmentorin stellten wir Freiwilligen des Jahrgangs 2017/18 unsere Organisationen, sowie unsere Einsatzplätze vor. Des Weiteren erörterten wir Probleme, die in den ersten zwei Monaten in dem Partnerorganisation aufgetreten sind und fanden Lösungen. Anschließend wurden wir von dem Chef der Geschäftsstelle begrüßt und erhielten viele Einblicke in seine Arbeit. Zum Mittagessen gab es Schnitzel mit Kartoffelsalat, welches von meiner Landesmentorin gemacht wurde und sehr lecker geschmeckt hat. Nach dem Mittagessen fand ein Vortrag eines Mitarbeiters statt über die Arbeit von BfdW in Mittelamerika. Durch viele informative Statistiken konnten wir die Arbeit sehr gut nachvollziehen. Am Freitag fand der zweite Tag des Seminars statt. Nach einigen wichtigen Informationen unserer Landesmentorin und Gesprächen besuchten wir die Menschenrechtsorganisation Cejil in San José. Nach einer einstündigen Präsentation wurde mir klar, wie wichtig diese Organisation ist, da diese benachteiligte Menschen in Ländern unterstützt. Cejil wird unter anderem von Brot für die Welt finanziell gefördert. Nach dem Vortrag liefen wir zu Fuß zu dem Gericht für Menschenrechte, das sich in der Nähe der Organisation befindet. Dort erhielten wir eine Führung durch den Gerichtshof. Außerdem wurden sehr viele informative Punkte über Verhandlungen und Fälle in der Vergangenheit genannt. Dies war ein sehr schöner Abschluss unseres zwei tägigen Seminars. Anschließend fand die letzte Probe für das Musical statt, das am darauffolgenden Tag aufgeführt wurde.

Samstag 28. Oktober 2017 18 Uhr: Nachdem schon viele Leute ihre Plätze in einem überdachten Platz in dem Gebäude der ILCO gefunden hatten, versammelten wir Schauspieler uns in einem Raum und sprachen uns gegenseitig Motivation zu. Dann begann endlich unser Auftritt, auf diesen wir uns die letzten Wochen vorbereitet hatten. Zum Glück klappte alles so, wie wir es uns gewünscht hatten und unter anhaltendem Applaus verließen wir die Bühne. Als wir anschließend zu den Zuschauern gingen, wurden wir in höchsten Tönen gelobt. Nach dem gelungenen Auftritt gingen wir bis in die Morgenstunden tanzen. Am darauffolgenden Tag fand nachmittags ein Gottesdienst aller lutherischen Kirchen statt, um das 500. Reformationsjahr zu feiern. Mir hat der Gottesdienst sehr gut gefallen. Musikalisch wurde dieser von einer Band umrahmt. 

Am Montag um 4:45 Uhr klingelte mein Wecker. Müde schaltete ich diesen aus, da die letzten Nächste auch ziemlich kurz waren. Jedoch als ich daran dachte, dass ich in wenigen Stunden an der Karibik sein werde, war die Motivation die Bettdecke an die Seite zu schlagen und aufzustehen groß. Nach einer 4 stündigen Busfahrt kamen meine Mitbewohner Jana und Jan und ich in Cahuita, einem Dorf an der Karibik an. Wir gingen zu unserer im Vorraus gebuchten Unterkunft und anschließend direkt ans Meer. Da das Wetter leider nicht allzu gut war, ließen wir diesen Tag ganz entspannt schon früh mit einem Abendessen in einem Restaurant und Cocktails ausklingen. Am nächsten Tag klingelte der Wecker schon um 5:50 Uhr, da wir geplant hatten in einen Nationalpark zu gehen. Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg in den Nationalpark. Der Park liegt direkt an der Karibik. Wenn man durch den Park läuft, begleitet einen die ganze Zeit das Meeresrauschen. Nach und nach hörten und sahen wir immer mehr Tiere…. Affen, Schmetterlinge, Kolibris,  Faultiere, Nasenbären, Schlangen und viele Tiere mehr begegneten uns auf dem Weg durch den Nationalpark. Da der Nationalpark durch einen Fluss abgetrennt ist, mussten wir diesen in Badehose und dem Gepäck über dem Kopf überqueren. Das hat zum Glück gut geklappt und nichts ging verloren. Nach der Wanderung durch den Park legten wir uns an den Strand und badeten in der Karibik. Nachmittags ging dann auch schon wieder der Bus zurück nach San José. Nach den letzten anstrengenden Wochen durch die Arbeit und zusätzlichen vielen Proben durch das Musical war die Ruhe und Entspannung bitter nötig. Ich genoss die zwei Tage an der Karibik in vollen Zügen.

Gerade sitze ich am Frühstückstisch und werde in 20 Minuten mit der Arbeit im Büro beginnen. Morgen Abend findet wie jede Woche Freitag der Englischunterricht in La Carpio statt und anschließend bekommen wir Besuch. Am Samstag findet in der ILCO ein Barbecue von der Jugendgruppe von Carpio statt. Ich freue mich auf die nächsten Tage. Der nächste Blogeintrag wird zeitnah folgen. 

Musical „La Reforma no es pasado“, Englischunterricht, gefährliche Affen im Land, Casa Abierta, Ausblick 

Nun sind es schon 12 Tage her in denen ich mich nicht mehr gemeldet habe. Deswegen ist es jetzt wieder allerhöchste Zeit. Seit 3 Wochen finden jetzt schon an den Wochenenden samstags und sonntags Proben für ein Musical über das Thema „La Reforma no es pasado“(auf deutsch: Die Reformation ist nicht Vergangenheit) statt, welches am 28. Oktober im Rahmen des 500-jährigen Reformationsjubiläums im Büro meiner Organisation aufgeführt wird. Ich wirke dort im mehrstimmigen Gesang, in Tanzpassagen, sowie mit drei Solos mit der Posaune mit. Nach langen Probephasen am vergangenen Wochenende und weiteren Proben am Mittwoch, Freitag, sowie vor dem Auftritt, hoffe ich, dass die stundenlangen Proben belohnt werden und alles gut läuft.

Letzte Woche unterrichtete ich das zweite Mal die englische Sprache in dem Armenviertel La Carpio. Ich begonn den Unterricht mit dem Niveau A1 (für Anfänger). Anhand von einer Powerpoint Präsentation, sowie mit Arbeitsblättern versuche ich den Teilnehmern die englische Sprache näher zu bringen. In der letzten Unterrichtsstunde nahmen 7 Leute teil. Dies wird sich aber im Laufe der Zeit noch steigern. Da viele Einwohner in Carpio außerhalb des Armenviertels arbeiten und abends im Stau stehen, haben sie oftmals nicht die Möglichkeit soziale Projekte zu besuchen.

Meine Mitbewohnerinnen Henriette und Julia befanden sich vor zwei Wochen in Heredia und besuchten einen Nationalpark. Außerdem nahmen sie an einem Tauchgang durch die Karibik teil. Als Julia jedoch im Nationalpark einen Affen auf ihrem Rucksack hatte und diesen verscheuchen wollte, wurde sie von diesem in die Hand gebissen. Nachdem die Hand ziemlich dick war, als sie nach der Reise wieder in der WG ankam, schwillt diese von Tag zu Tag ab und ihr geht es viel besser.

Die Arbeit in der Kindertagesstätte wird zur Routine und man gewöhnt sich an die Arbeit mit den Kindern. An meinen beiden Tagen in der Casa Abierta bin ich zum Kochen eingeteilt. Dienstags koche ich zusammen mit einer Mitarbeiterin der Kindertagesstätte und mittwochs mit meiner Mitbewohnerin Henriette. Das kochen macht mir sehr viel Spaß, da man sich in dieser Zeit immer im Kochteam austauschen kann.

Nach der Aufführung am Samstag wird mein ganzes Musicalteam und ich zusammen feiern gehen. Da am Dienstag hier Reformationstag ist, haben wir an diesem Tag frei und ich werde diesbezüglich voraussichtlich von Sonntag bis Dienstag mit meinen Mitfreiwilligen Jan und Jana an die Karibik fahren.

Am Donnerstag und Freitag findet im Regionalbüro von Brot für die Welt in Costa Rica ein Seminar mit meiner Landesmentorin statt.

Der nächste Bericht über meine Reise, sowie über die Musical Aufführung wird zeitnah folgen. 

Meine vergangenen letzten Wochen, Kindertagesstätte, Projekt Emprendimientos, Englischunterricht 

Am Dienstag und Mittwoch arbeitete ich die letzten zwei Wochen wie gewohnt in der Kindertagesstätte im Armenviertel La Carpio. Ich gewöhne mich an die Arbeit in der Kindertagesstätte und es macht mir trotz der Anstrengung viel Spaß. Am Mittwoch wollte ich eigentlich nach der Arbeit in der Kindertagesstätte mit dem Englischunterricht starten. Als ich jedoch gerade zum Abendessen mit einer weiteren Freiwilligen in einer Soda (einem kleinen Restaurant) saß und das Essen bekam, gingen auf einmal alle Lichter in Carpio aus. Stromausfall im ganzen Armenviertel. Deshalb musste ich leider die erste Unterrichtsstunde absagen. Die nächsten Wochen wird der Englischunterricht dann immer Freitag abends stattfinden. Am Freitag und Samstag wurde ich leider aufgrund einer Grippe außer Kraft gesetzt und musste die Zeit im Bett verbringen. Am Sonntag ging es mir dann schon wieder besser. Meine Mitbewohner und ich besuchten eine deutsche Gemeinde in Costa Rica und nahmen an einem Erntedank-Gottesdienst teil. Anschließend trafen wir uns im Büro der ILCO mit anderen Leuten, um eine Art Musical zu planen, das am 28. Oktober in meiner Organisation aufgeführt wird und unter Anderem finanziell von der deutschen Botschaft gefördert wurde. Ich werde dort in Musikpassagen mit dem E-Bass, der Posaune, und im mehrstimmigen Gesang mitwirken. Wir proben ab jetzt immer jedes Wochenende Samstags und Sonntags in der großen Gruppe und an anderen Tagen in Kleingruppen. Ich bin total gespannt wie das Projekt wird und halte euch natürlich auf dem Laufenden. 

Anbei noch ein paar Bilder von meinem Arbeitsplatz: Der Kindertagesstätte im Armenviertel La Carpio.

Des Weiteren benötigt das Projekt Emprendimientos, in welchem ich den Englischunterricht gebe und außerdem auch eine Jugendgruppe, sowie Frauengruppe beinhaltet, finanzielle Mittel um das Projekt fortsetzen zu können. Meine Mitbewohnerin Julia hat hierbei schon viel Arbeit geleistet und soziale Organisationen angeschrieben. Das Projekt ist notwendig, Menschen in dem Armenviertel La Carpio Chancen und Perspektiven zu geben, sich in Projekte einzubinden und zu lernen. Dafür sind Spenden bitter notwendig. Anbei der Link zu einer Fundraising-Seite:

 https://www.leetchi.com/c/sozial-fuer-emprendimientos-la-carpio

Gerade bin ich dabei den Englischunterricht für den morgigen Abend vorzubereiten und hoffe, dass dieser wie geplant stattfinden kann.

Der nächste Eintrag wird zeitnah folgen.

Anbei noch vielen Dank an alle Leute, die meinen Blog regelmäßig lesen und mich unterstützen. 

Amubri- Mein geniales Wochenende in einer indigenen Gemeinde Costa Ricas 

Freitag Morgen 4 Uhr: Der Wecker klingelt nach einer sehr kurzen Nacht und ich quäle mich aus meinem Bett. Das vom Vortag gerichtete Gepäck schleppe ich im Halbschlaf mit meinen Mitbewohnern ins Taxi. Angekommen im Zentrum von San José lag eine sechsstündige Busfahrt vor uns. Diese verbrachten wir alle eigentlich mit Schlafen. Anfangs ging es durch Berge, dann fuhren wir an der Karibikküste in Puerto Viejo vorbei, bis in die Stadt Bribri. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus eine Art Schotterpiste bis zu einem Fluss. Diesen mussten wir mit dem Boot überqueren. Während der Überfahrt genoss man die bisher unbekannte Idylle. Außerdem war es auch sehr heiß. Die in San José unbekannten Temperaturen waren wir bisher noch sie so gewohnt. Schweißperlen hingen uns die ganze Fahrt an unseren Wangen. Weiter ging es mit einem alten amerikanischen Schulbus in das Dorf Amubri. Amubri ist eine der acht indigenen Gemeinden Costa Ricas mit rund 500 Einwohnern. Angekommen im Dorf ertönten von Weitem Trommelgeräusche und man hörte singende, fröhliche Menschen. Meine Mitbewohner und ich trafen uns mit dem Mentor eines Projektes, indem auch ein Freiwilliger von Brot für die Welt einen Freiwilligendienst macht, im Dorfzentrum. Er führte uns zu der Familie, bei der wir das Wochenende verbringen sollten. Wir wurden sehr nett empfangen und uns wurde das ganze Gelände gezeigt. Die Familie wohnt schon seit vielen Generationen in der indigenen Gemeinde und lebt die Sitten heutzutage noch. Um diese anderen Menschen näher zu bringen, vermieten sie ihre gebauten Holzhäuser in ihrem Territorium. Anschließend gingen wir nochmals in die Innenstadt und schauten uns die Umzüge an und aßen zu Mittag. Anschließend gingen wir zu einem nahegelegenen Fluss mit dem Neffe des Chefs der Anlage. Da er uns erklärte, dass sich im Fluss keine Krokodile befinden, konnten wir im klaren Wasser baden und die Ruhe genießen. Da es im ganzen Dorf kein Internet gibt, kann man unheimlich gut abschalten und seine Gedanken sortieren. Nach einem leckeren Abendessen, das wir mit der Familie zubereiteten, vielen wir müde in unsere Betten. Während dem Abendessen lernten wir noch mit dem Chef die Sprache Bribri, die in den indigenen Gemeinden gesprochen wird. Meine Mitbewohner und ich wohnten in einem Haus auf Stelzen mit 2 Schlafzimmern, einer Küche und einem Bad; alles von Hand gebaut und aus Holz. Am nächsten Tag wurden wir morgens nach einem leckeren Frühstück von den hauseigenen Hähnen geweckt und machten aus auf den Weg ins Zentrum, da dort das ganze Fest stattfindet. Zufälligerweise trafen wir in diesem Dorf Paul, einen Freiwilligen meiner Organisation Brot für die Welt, der seinen Freiwilligendienst in einer indigenen Gemeinde in der Nähe des Dorfes absolviert. Alle Leute der Stadt befanden sich im Zentrum. Sie lachten, tranken Chicha (ein selbst herstelltes Getränk, das sich dem Most aus Deutschland sehr ähnelt), tanzten und genossen ihr Fest in vollen Zügen. Anschließend machten wir uns mit vielen anderen Leuten auf den Weg in den Wald, da dort Holz geschlagen wurde für die neuen Häuser, die in nächster Zeit erbaut werden. Dies ist Teil des Festes und alle Leute begaben sich in den Wald. Da mich leider eine Art Spinne gestochen hatte, konnten wir leider nicht weit mitgehen. Nach einer anti-allergischen Tablette ging es mir schon viel besser. Anschließend kochten wir wieder gemeinsam und ruhten uns aus. Abends fand dann in unserer Anlage ein Fest statt, bei dem gemeinsam getanzt und gesungen wurde. Natürlich durften Fässer voll mit Chicha nicht fehlen. Da sich in dem Territorium auch Studenten aus San José befanden, redeten wir noch mit ihnen und tanzten gemeinsam. So endete ein sehr lustiger Abend. Heute mussten wir uns schon leider um 8 Uhr auf die Heimreise begeben. Nach einer sehr langen Busfahrt, sind wir dann um 18 Uhr in San José in unserer Wohnung angekommen.

Die 6. Woche in meiner neuen Heimat, meine Arbeit, La Carpio, Ausblick 

Meine 6. Woche begann wieder mit zwei Tagen in der Kindertagesstätte „Casa Abierta“. Diese waren sehr schön, aber auch ziemlich anstrengend. Die Arbeit mit den Kindern macht mir jedoch sehr viel Spaß. Auch mit den Mitarbeiterinnen der Casa Abierta verstehe ich mich sehr gut und rede mit ihnen stets sehr viel. Mit der spanischen Sprache komme ich auch eigentlich sehr gut zurecht. 

Am Donnerstag arbeitete ich im Büro der ILCO. Da ich ab Oktober Englischunterricht für Jugendliche und Eltern in dem Armenviertel La Carpio geben werde, las ich mich in verschiedenen Webseiten ein, wie man „Anfängern“ die englische Sprache am Besten vermittelt. Am Freitag wurde mir von dem Leiter des Projektes Emprendimientos Dateien zugeschickt, die Freiwillige der letzten Jahren erstellt haben, über den Englischunterricht mit dem Niveau A1. Ich habe mir Alles genau durchgeschaut und kennengelernt, da ich diese Dateien in den kommenden Monaten nutzen werde, den Jugendlichen und Eltern in La Carpio die englische Sprache näher zu bringen.

Am Freitag Abend gingen meine Mitbewohner, ein weiterer Freiwilliger der Organisation Brot für die Welt und ich zu unserer Landesmentorin Irmgard in ihr Restaurant um mal wieder ein Gericht aus der Heimat zu essen. Irmgard wohnt mit ihrer Familie schon seit Längerem in Costa Rica und betreibt dort ein schwäbisches Restaurant. Natürlich dürfte auch ein bayerisches Bier zu meinem Schnitzel mit Spätzle und Soße nicht fehlen.

Am Samstag morgen machten wir unseren wöchentlichen WG-Großeinkauf und anschließend traf ich mich mit dem Leiter meines Projektes in La Carpio, um in Familien Werbung für meinen Englischunterricht zu machen. In allen Familien, die wir besuchten, bekamen wir immer etwas zu Trinken und zu Essen. Trotz der Armut in La Carpio ist die Gastfreundlichkeit riesig. Viele Leute, die wir ansprachen waren sehr interessant an dem kommenden Unterricht. Der erste Englischunterricht wird am 4. Oktober stattfinden. Bis dahin habe ich noch Zeit Flyer zu entfernen, sowie individuelle Vorbereitungen zu machen. Zum Abschluss des erfolgreichen Tages durfte ein gemütliches Bier in einer Bar nicht fehlen.

Gestern gingen wir auf den Wochenmarkt um Obst und Gemüse zu kaufen und nahmen an einem Jugendgottesdienst teil.

Heute habe ich meinen freien Tag. Dieser ist notwendig um die Wohnung auf Vordermann zu bringen und die ein oder andere Wäsche anzustellen.

Da es in dem Armenviertel La Carpio letzte Woche sehr gebrannt hat, 5 Häuser abgebrannt sind und ein zweijähriges Kind ums Leben kam, beteiligten sich meine Mitbewohner und ich uns an einer Aktion, um Lebensmittel und Geld den betroffenen Familie zu spenden.

Da viele Leute großzügig spendeten, kam da auch einiges zusammen:

Leider erfuhren wir auch noch in dieser Woche, dass im vergangenen Monat 10 Jugendliche in La Carpio umgebracht worden sind, da diese in Drogendelikten mitgewirkt hatten und nicht das ganze Geld ihren „Arbeitgebern“ abgaben. Die Morde fanden sogar vor den Augen von Kindern statt. Als meine Mitbewohner und ich dies erfuhren, waren wir alle geschockt. Wenn wir jedoch stets vorsichtig sind, wird uns keinesfalls etwas passieren.

Vorgestern bekamen wir Freiwilligen eine Einladung von einem Mentor in eine indigene Gemeinde Costa Ricas, da dort ein Fest der bevölkerten Gemeinden stattfinden wird. Dort werden wir dann aller voraussicht nach von Freitag bis Sonntag hinfahren. Mein nächster Blogeintrag mit Bildern wird dann zeitnah nach dem Ausflug erfolgen.