Musical „La Reforma no es pasado“, Englischunterricht, gefährliche Affen im Land, Casa Abierta, Ausblick 

Nun sind es schon 12 Tage her in denen ich mich nicht mehr gemeldet habe. Deswegen ist es jetzt wieder allerhöchste Zeit. Seit 3 Wochen finden jetzt schon an den Wochenenden samstags und sonntags Proben für ein Musical über das Thema „La Reforma no es pasado“(auf deutsch: Die Reformation ist nicht Vergangenheit) statt, welches am 28. Oktober im Rahmen des 500-jährigen Reformationsjubiläums im Büro meiner Organisation aufgeführt wird. Ich wirke dort im mehrstimmigen Gesang, in Tanzpassagen, sowie mit drei Solos mit der Posaune mit. Nach langen Probephasen am vergangenen Wochenende und weiteren Proben am Mittwoch, Freitag, sowie vor dem Auftritt, hoffe ich, dass die stundenlangen Proben belohnt werden und alles gut läuft.

Letzte Woche unterrichtete ich das zweite Mal die englische Sprache in dem Armenviertel La Carpio. Ich begonn den Unterricht mit dem Niveau A1 (für Anfänger). Anhand von einer Powerpoint Präsentation, sowie mit Arbeitsblättern versuche ich den Teilnehmern die englische Sprache näher zu bringen. In der letzten Unterrichtsstunde nahmen 7 Leute teil. Dies wird sich aber im Laufe der Zeit noch steigern. Da viele Einwohner in Carpio außerhalb des Armenviertels arbeiten und abends im Stau stehen, haben sie oftmals nicht die Möglichkeit soziale Projekte zu besuchen.

Meine Mitbewohnerinnen Henriette und Julia befanden sich vor zwei Wochen in Heredia und besuchten einen Nationalpark. Außerdem nahmen sie an einem Tauchgang durch die Karibik teil. Als Julia jedoch im Nationalpark einen Affen auf ihrem Rucksack hatte und diesen verscheuchen wollte, wurde sie von diesem in die Hand gebissen. Nachdem die Hand ziemlich dick war, als sie nach der Reise wieder in der WG ankam, schwillt diese von Tag zu Tag ab und ihr geht es viel besser.

Die Arbeit in der Kindertagesstätte wird zur Routine und man gewöhnt sich an die Arbeit mit den Kindern. An meinen beiden Tagen in der Casa Abierta bin ich zum Kochen eingeteilt. Dienstags koche ich zusammen mit einer Mitarbeiterin der Kindertagesstätte und mittwochs mit meiner Mitbewohnerin Henriette. Das kochen macht mir sehr viel Spaß, da man sich in dieser Zeit immer im Kochteam austauschen kann.

Nach der Aufführung am Samstag wird mein ganzes Musicalteam und ich zusammen feiern gehen. Da am Dienstag hier Reformationstag ist, haben wir an diesem Tag frei und ich werde diesbezüglich voraussichtlich von Sonntag bis Dienstag mit meinen Mitfreiwilligen Jan und Jana an die Karibik fahren.

Am Donnerstag und Freitag findet im Regionalbüro von Brot für die Welt in Costa Rica ein Seminar mit meiner Landesmentorin statt.

Der nächste Bericht über meine Reise, sowie über die Musical Aufführung wird zeitnah folgen. 

Meine vergangenen letzten Wochen, Kindertagesstätte, Projekt Emprendimientos, Englischunterricht 

Am Dienstag und Mittwoch arbeitete ich die letzten zwei Wochen wie gewohnt in der Kindertagesstätte im Armenviertel La Carpio. Ich gewöhne mich an die Arbeit in der Kindertagesstätte und es macht mir trotz der Anstrengung viel Spaß. Am Mittwoch wollte ich eigentlich nach der Arbeit in der Kindertagesstätte mit dem Englischunterricht starten. Als ich jedoch gerade zum Abendessen mit einer weiteren Freiwilligen in einer Soda (einem kleinen Restaurant) saß und das Essen bekam, gingen auf einmal alle Lichter in Carpio aus. Stromausfall im ganzen Armenviertel. Deshalb musste ich leider die erste Unterrichtsstunde absagen. Die nächsten Wochen wird der Englischunterricht dann immer Freitag abends stattfinden. Am Freitag und Samstag wurde ich leider aufgrund einer Grippe außer Kraft gesetzt und musste die Zeit im Bett verbringen. Am Sonntag ging es mir dann schon wieder besser. Meine Mitbewohner und ich besuchten eine deutsche Gemeinde in Costa Rica und nahmen an einem Erntedank-Gottesdienst teil. Anschließend trafen wir uns im Büro der ILCO mit anderen Leuten, um eine Art Musical zu planen, das am 28. Oktober in meiner Organisation aufgeführt wird und unter Anderem finanziell von der deutschen Botschaft gefördert wurde. Ich werde dort in Musikpassagen mit dem E-Bass, der Posaune, und im mehrstimmigen Gesang mitwirken. Wir proben ab jetzt immer jedes Wochenende Samstags und Sonntags in der großen Gruppe und an anderen Tagen in Kleingruppen. Ich bin total gespannt wie das Projekt wird und halte euch natürlich auf dem Laufenden. 

Anbei noch ein paar Bilder von meinem Arbeitsplatz: Der Kindertagesstätte im Armenviertel La Carpio.

Des Weiteren benötigt das Projekt Emprendimientos, in welchem ich den Englischunterricht gebe und außerdem auch eine Jugendgruppe, sowie Frauengruppe beinhaltet, finanzielle Mittel um das Projekt fortsetzen zu können. Meine Mitbewohnerin Julia hat hierbei schon viel Arbeit geleistet und soziale Organisationen angeschrieben. Das Projekt ist notwendig, Menschen in dem Armenviertel La Carpio Chancen und Perspektiven zu geben, sich in Projekte einzubinden und zu lernen. Dafür sind Spenden bitter notwendig. Anbei der Link zu einer Fundraising-Seite:

 https://www.leetchi.com/c/sozial-fuer-emprendimientos-la-carpio

Gerade bin ich dabei den Englischunterricht für den morgigen Abend vorzubereiten und hoffe, dass dieser wie geplant stattfinden kann.

Der nächste Eintrag wird zeitnah folgen.

Anbei noch vielen Dank an alle Leute, die meinen Blog regelmäßig lesen und mich unterstützen. 

Amubri- Mein geniales Wochenende in einer indigenen Gemeinde Costa Ricas 

Freitag Morgen 4 Uhr: Der Wecker klingelt nach einer sehr kurzen Nacht und ich quäle mich aus meinem Bett. Das vom Vortag gerichtete Gepäck schleppe ich im Halbschlaf mit meinen Mitbewohnern ins Taxi. Angekommen im Zentrum von San José lag eine sechsstündige Busfahrt vor uns. Diese verbrachten wir alle eigentlich mit Schlafen. Anfangs ging es durch Berge, dann fuhren wir an der Karibikküste in Puerto Viejo vorbei, bis in die Stadt Bribri. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus eine Art Schotterpiste bis zu einem Fluss. Diesen mussten wir mit dem Boot überqueren. Während der Überfahrt genoss man die bisher unbekannte Idylle. Außerdem war es auch sehr heiß. Die in San José unbekannten Temperaturen waren wir bisher noch sie so gewohnt. Schweißperlen hingen uns die ganze Fahrt an unseren Wangen. Weiter ging es mit einem alten amerikanischen Schulbus in das Dorf Amubri. Amubri ist eine der acht indigenen Gemeinden Costa Ricas mit rund 500 Einwohnern. Angekommen im Dorf ertönten von Weitem Trommelgeräusche und man hörte singende, fröhliche Menschen. Meine Mitbewohner und ich trafen uns mit dem Mentor eines Projektes, indem auch ein Freiwilliger von Brot für die Welt einen Freiwilligendienst macht, im Dorfzentrum. Er führte uns zu der Familie, bei der wir das Wochenende verbringen sollten. Wir wurden sehr nett empfangen und uns wurde das ganze Gelände gezeigt. Die Familie wohnt schon seit vielen Generationen in der indigenen Gemeinde und lebt die Sitten heutzutage noch. Um diese anderen Menschen näher zu bringen, vermieten sie ihre gebauten Holzhäuser in ihrem Territorium. Anschließend gingen wir nochmals in die Innenstadt und schauten uns die Umzüge an und aßen zu Mittag. Anschließend gingen wir zu einem nahegelegenen Fluss mit dem Neffe des Chefs der Anlage. Da er uns erklärte, dass sich im Fluss keine Krokodile befinden, konnten wir im klaren Wasser baden und die Ruhe genießen. Da es im ganzen Dorf kein Internet gibt, kann man unheimlich gut abschalten und seine Gedanken sortieren. Nach einem leckeren Abendessen, das wir mit der Familie zubereiteten, vielen wir müde in unsere Betten. Während dem Abendessen lernten wir noch mit dem Chef die Sprache Bribri, die in den indigenen Gemeinden gesprochen wird. Meine Mitbewohner und ich wohnten in einem Haus auf Stelzen mit 2 Schlafzimmern, einer Küche und einem Bad; alles von Hand gebaut und aus Holz. Am nächsten Tag wurden wir morgens nach einem leckeren Frühstück von den hauseigenen Hähnen geweckt und machten aus auf den Weg ins Zentrum, da dort das ganze Fest stattfindet. Zufälligerweise trafen wir in diesem Dorf Paul, einen Freiwilligen meiner Organisation Brot für die Welt, der seinen Freiwilligendienst in einer indigenen Gemeinde in der Nähe des Dorfes absolviert. Alle Leute der Stadt befanden sich im Zentrum. Sie lachten, tranken Chicha (ein selbst herstelltes Getränk, das sich dem Most aus Deutschland sehr ähnelt), tanzten und genossen ihr Fest in vollen Zügen. Anschließend machten wir uns mit vielen anderen Leuten auf den Weg in den Wald, da dort Holz geschlagen wurde für die neuen Häuser, die in nächster Zeit erbaut werden. Dies ist Teil des Festes und alle Leute begaben sich in den Wald. Da mich leider eine Art Spinne gestochen hatte, konnten wir leider nicht weit mitgehen. Nach einer anti-allergischen Tablette ging es mir schon viel besser. Anschließend kochten wir wieder gemeinsam und ruhten uns aus. Abends fand dann in unserer Anlage ein Fest statt, bei dem gemeinsam getanzt und gesungen wurde. Natürlich durften Fässer voll mit Chicha nicht fehlen. Da sich in dem Territorium auch Studenten aus San José befanden, redeten wir noch mit ihnen und tanzten gemeinsam. So endete ein sehr lustiger Abend. Heute mussten wir uns schon leider um 8 Uhr auf die Heimreise begeben. Nach einer sehr langen Busfahrt, sind wir dann um 18 Uhr in San José in unserer Wohnung angekommen.

Die 6. Woche in meiner neuen Heimat, meine Arbeit, La Carpio, Ausblick 

Meine 6. Woche begann wieder mit zwei Tagen in der Kindertagesstätte „Casa Abierta“. Diese waren sehr schön, aber auch ziemlich anstrengend. Die Arbeit mit den Kindern macht mir jedoch sehr viel Spaß. Auch mit den Mitarbeiterinnen der Casa Abierta verstehe ich mich sehr gut und rede mit ihnen stets sehr viel. Mit der spanischen Sprache komme ich auch eigentlich sehr gut zurecht. 

Am Donnerstag arbeitete ich im Büro der ILCO. Da ich ab Oktober Englischunterricht für Jugendliche und Eltern in dem Armenviertel La Carpio geben werde, las ich mich in verschiedenen Webseiten ein, wie man „Anfängern“ die englische Sprache am Besten vermittelt. Am Freitag wurde mir von dem Leiter des Projektes Emprendimientos Dateien zugeschickt, die Freiwillige der letzten Jahren erstellt haben, über den Englischunterricht mit dem Niveau A1. Ich habe mir Alles genau durchgeschaut und kennengelernt, da ich diese Dateien in den kommenden Monaten nutzen werde, den Jugendlichen und Eltern in La Carpio die englische Sprache näher zu bringen.

Am Freitag Abend gingen meine Mitbewohner, ein weiterer Freiwilliger der Organisation Brot für die Welt und ich zu unserer Landesmentorin Irmgard in ihr Restaurant um mal wieder ein Gericht aus der Heimat zu essen. Irmgard wohnt mit ihrer Familie schon seit Längerem in Costa Rica und betreibt dort ein schwäbisches Restaurant. Natürlich dürfte auch ein bayerisches Bier zu meinem Schnitzel mit Spätzle und Soße nicht fehlen.

Am Samstag morgen machten wir unseren wöchentlichen WG-Großeinkauf und anschließend traf ich mich mit dem Leiter meines Projektes in La Carpio, um in Familien Werbung für meinen Englischunterricht zu machen. In allen Familien, die wir besuchten, bekamen wir immer etwas zu Trinken und zu Essen. Trotz der Armut in La Carpio ist die Gastfreundlichkeit riesig. Viele Leute, die wir ansprachen waren sehr interessant an dem kommenden Unterricht. Der erste Englischunterricht wird am 4. Oktober stattfinden. Bis dahin habe ich noch Zeit Flyer zu entfernen, sowie individuelle Vorbereitungen zu machen. Zum Abschluss des erfolgreichen Tages durfte ein gemütliches Bier in einer Bar nicht fehlen.

Gestern gingen wir auf den Wochenmarkt um Obst und Gemüse zu kaufen und nahmen an einem Jugendgottesdienst teil.

Heute habe ich meinen freien Tag. Dieser ist notwendig um die Wohnung auf Vordermann zu bringen und die ein oder andere Wäsche anzustellen.

Da es in dem Armenviertel La Carpio letzte Woche sehr gebrannt hat, 5 Häuser abgebrannt sind und ein zweijähriges Kind ums Leben kam, beteiligten sich meine Mitbewohner und ich uns an einer Aktion, um Lebensmittel und Geld den betroffenen Familie zu spenden.

Da viele Leute großzügig spendeten, kam da auch einiges zusammen:

Leider erfuhren wir auch noch in dieser Woche, dass im vergangenen Monat 10 Jugendliche in La Carpio umgebracht worden sind, da diese in Drogendelikten mitgewirkt hatten und nicht das ganze Geld ihren „Arbeitgebern“ abgaben. Die Morde fanden sogar vor den Augen von Kindern statt. Als meine Mitbewohner und ich dies erfuhren, waren wir alle geschockt. Wenn wir jedoch stets vorsichtig sind, wird uns keinesfalls etwas passieren.

Vorgestern bekamen wir Freiwilligen eine Einladung von einem Mentor in eine indigene Gemeinde Costa Ricas, da dort ein Fest der bevölkerten Gemeinden stattfinden wird. Dort werden wir dann aller voraussicht nach von Freitag bis Sonntag hinfahren. Mein nächster Blogeintrag mit Bildern wird dann zeitnah nach dem Ausflug erfolgen. 

Meine ersten Tage in der Casa Abierta, Nationalfeiertag und Ausblick

Am Dienstag und Mittwoch arbeitete ich erstmals in der Kindertagesstätte namens „Casa Abierta“ in La Carpio. Nachdem ich dort eintraf,  wurde ich von den Kindern umarmt und wir fingen sofort an Lego zu spielen. Danach bereitete ich Obst für einen Obstsalat vor. Das Mittagessen gibt es immer um Punkt 12 Uhr. Dieses wird von einen der Mitarbeiterinnen vorbereitet und schmeckt sehr lecker. Danach habe ich den Abwasch gemacht und den Kindern Bücher vorgelesen. Dabei kam ich manchmal zum Schwitzen, da die Bücher viele Wörter beinhalten, die ich noch gar nicht kannte. Von 14 bis 15 findet dann der Mittagsschlaf statt. Nachdem in der ganzen Kindertagesstätte überall Matten für alle Kinder ausgelegt worden sind, bekamen diese Decken und Kissen. Auch ich bekam meine eigene Matte schlief nach einigen Minuten auch ein. Geweckt wurde ich, als sich drei Kinder auf mir befanden und mir sagten, dass der Mittagschlaf nun vorbei ist. Anschließend spielte ich nochmals mit den Kindern und fuhr mit dem Bus heim. Da es immer viel Stau gibt auf der Strecke von Carpio nach Hause, dauert die Busfahrt oftmals circa zwei Stunden lang. 

Am Donnerstag arbeitete ich zusammen mit dem Leiter des Projektes Emprendimientos in dem Büro der ILCO. Da ich ab Oktober Informatik- und Englischunterricht für Eltern und Jugendliche geben werde, muss ich den Unterricht nun in den kommenden Wochen vorbereiten. 

Am Freitag war der Unabhängigkeitstag von Costa Rica. Meine Mitbewohner und ich machten uns auf den Weg in die Innenstadt von San José, da dort mehrere Umzüge stattfanden. Sehr viele Leute sahen sich die Anzüge an und feierten diesen Tag. Zum Mittagessen bekamen wir ganz kurzfristig Besuch von anderen Freiwilligen und kochten zusammen.

 Am Samstag fand die Abschiedsparty von einer Freiwilligen der Organisation Eirene in einer WG statt. Sie ist heute nach 14 Monaten in Costa Rica wieder nach Deutschland zurück gekehrt.

 Am Sonntag war morgens ein Gottesdienst, bei dem ein neuer Pfarrer der ILCO ins Amt eingeführt wurde. Anschließend gingen wir auf den Markt,  um Obst und Gemüse für die ganze Woche einzukaufen und besuchten eine Jugendgruppe. 

Heute hatte ich meinen freien Tag. Ich besuchte das nahe gelegene Fitnessstudio, bei dem ich einen Vertrag unterschrieben hatte und ging in die Innenstadt, um noch weitere Einkäufe zu erledigen. 

Morgen um 10 Uhr darf ich dann wieder in der Kindertagesstätte arbeiten. Anschließend werde ich mit weiteren Freiwilligen und vielen Jugendlichen aus La Carpio noch Fußball spielen gehen. 

Die vergangene letzte Woche, Ausflug am Wochenende und Ausblick 

Jetzt ist schon die erste Woche in unserer neuen WG vergangen und wir haben uns schon gut eingelebt. Letzte Woche arbeitete ich nicht schon wie geplant, sondern es fanden Gespräche mit unseren Mentoren der ILCO, sowie mit dem Präsidenten statt. Eines der Dinge die hier sehr wichtig sind ist Spontanität. Alles kann sich innerhalb einiger Minuten ändern. Ich starte jetzt morgen mit dem Arbeiten in der Kindertagesstätte. Die vergangenen Tage sprachen wir mit der Leiterin der Kindertagesstätte, mit dem Leiter des Projektes „Apoyo projecto emprendimientos“ und wir bekamen eine Führung von einem Einheimischen durch das Armenviertel „La Carpio“, indem sich die Kindertagesstätte und das Projekt „Apoyo projecto emprendimientos“ befindet. Dieses Projekt ist für Erwachsene, Kinder und Jugendliche in La Carpio. Dabei gibt es unterschiedliche Kurse für alle Altersgruppen. Mit den Jugendlichen bedruckt man zum Beispiel einfarbige T-shirts mit Motiven, macht mit ihnen Sport und gibt Englischunterricht. Den Männern bringt man ebenfalls die englische Sprache bei und macht mit ihnen Informatikkurse. Als ich letzte Woche allen Teilnehmern des Projektes vorgestellt wurde, bedankten sich vielen von ihnen für mein Engagement. Ich freue mich schon auf die Zusammenarbeit.                                                Das Stadtviertel „La Carpio“: Als ich das erste Mal in La Carpio kam, war ich total geschockt von der Situation vor Ort. Überall Wellblechhütten, viel Müll, ein strenger Geruch, Armut.  Das waren meine ersten Eindrücke. Des Weiteren erfuhren wir bei der Führung,  dass die Mehrheit der Bevölkerung aus Nicaragua stammt und viele in La Carpio illegal leben. Nur 1 Kind von 10 wächst ohne Vergewaltigung und häusliche Gewalt auf. Ganz viele Kinder konsumieren schon im Alter von 10 Jahren Drogen. Als wir dann in der Kindertagesstätte ankamen fielen uns die Kinder an und hängen sich an uns. Das was ihnen oftmals fehlt ist Liebe und Anerkennung. Deswegen ist die Kindertagesstätte so notwendig in diesem Armenviertel. Da die Kindertagesstätte  nur von Spenden finanziert wird, sind diese bitter notwendig. Aufgrund fehlender Spenden musste eine andere Kindertagesstätte in einem Armenviertel in San José schließen.

Gerade bin ich von dem Gespräch mit der Verantwortlichen der Kindertagesstätte heimgekommen. Dabei haben wir über die Arbeitszeiten und über allgemeine Infos gesprochen.

Dies ist mein Arbeitsplan für den Monat September:

Übersetzungen: Casa Abierta= Kindertagesstätte; Trabajo de Oficina= Arbeit im Büro; Trabajar con madres, padres y jovenes= Arbeit mit Müttern, Vätern und Jugendlichen/Kindern; Clases de Alfabetizacion= Unterricht mit Analphabeten; Acompañamiento de la comunidad= Unterstützung bei Tätigkeiten in der Gemeinde.

In der Kindertagesstätte werde ich mittwochs zusammen mit einem Pfarrer den Kindern Musikunterricht geben und Dienstags bin ich zum Kochen eingeteilt.

Am Wochenende wanderten vier weitere Freiwillige und ich im Nationalpark „Braulio Carrillo“. Dort befindet sich der Vulkan Barva. Nach sechs Kilometer durch den Nationalpark erreichten wir den Vulkan. Nach einem Picknick am Aussichtspunkt begaben wir uns wieder auf die Heimreise. Es war ein sehr schöner, aber auch anstrengender Ausflug. 

Nach dem Ausflug trafen wir uns mit einem Tico (Einheimischen), der einen Freiwilligendienst in Deutschland gemacht hat, in einer Bar, um seinen Geburtstag zu feiern. Dies war ebenfalls sehr schön. Was für uns Süddeutschen das Highlight war: Auch in Costa Rica gibt es ein Maß zum Trinken. Und es schmeckt sogar sehr gut. 

Morgen beginnt mein erster Arbeitstag und ich bin schon total gespannt. Ihr werdet zeitnah wieder von mir hören. 

Einzug in die neue WG

Am Montag fand der Umzug von der Gastfamilie in die Wohngemeinschaft mit den Mitfreiwilligen von Mission eine Welt und Brot für die Welt statt. Nach einer wunderschönen Zeit in meiner Gastfamilie war der Abschied schwer. Da ich immernoch in San José bin und jetzt nur in einem anderen Stadtviertel wohne, werden wir uns in Zukunft regelmäßig treffen. Nachdem uns ein deutscher Pfarrer der ILCO (Iglesia Luterana Costarricense/ Lutheranische Kirche Costa Ricas), der schon seit 6 Jahren in Costa Rica lebt, zu unserer neuen Wohnung brachte, begangen wir die einzelnen Zimmer und besprachen, wer in welchem Zimmer für die nächsten 11 Monate hausen wird. Anschließend wurden wir von dem Präsidenten der ILCO und unserer zukünftigen Mentorin der Organisation herzlich willkommen geheißen. Die Wohnung wurde ganz neu renoviert und eingerichtet. Früher wurde die Wohnung für weitere Büroräume der ILCO genutzt. Da diese optimiert wurden, standen diese leer. Uns Freiwilligen gefällt die Wohnung sehr. Heute fand eine Andacht satt und wir wurden allen ILCO Mitarbeitern von dem Präsidenten der ILCO vorgestellt. Danach wurde der erste große Einkauf getätigt. Um nichts zu vergessen setzten wir uns davor zusammen und planten alle notwendigen Lebensmittel für die ganze Woche und machten einen Speiseplan. Morgen werden wir unseren Arbeitsplan mit unserer Mentorin besprechen und ab Donnerstag geht’s dann mit der Arbeit los.

Hier ein paar Einblicke in unsere WG:

Das Wohnzimmer
Die Küche
Das Esszimmer
Das Bad
Der Flur
Die WG-Crew
Mein Zimmer
Nochmals mein Zimmer
Die Küchenzeile

Weitere Infos zu meiner deutschen Entsendeorganisation findet man unter: https://www.brot-fuer-die-welt.de/ und zu meiner Organisation in Costa Rica unter: http://www.ilco.cr/